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Fortsetzung
der Geschichte zu den Wasser-Tröpfchen vom
Geysir
und im Winde
Mitten
im Tanz mit dem Winde erhebt sich das Tageslicht
über dem Horizont und bescheint nun die
Landschaft, und mit ihr die Wolke der
Übenden.
Jedes Wasser-Tröpfchen wird nun von diesem
Lichte direkt berührt, das sich ihnen bislang
noch nicht ereignet hat.
Freilich
hat einst das Tageslicht den Alten See beschienen,
und aus ihren Erinnerungen an die (gemeinsame) Alte
Zeit im See steigen nun Bilder eines (gemeinsam als
See) Abnehmens im Hellen auf, worauf sich asbald
Bilder eines Zunehmens im Dunkel hinzu gesellen.
Auch nimmt im Hellen der Druck ab, während
dieser mit dem Dunkel zunimmt. Im Dunkel ...
zunehmen, und im Hellen
abnehmen.
(Begriffe
wie gemeinsam, alle,
ihr und wir setzen
Einzelne voraus, welche im Alten See
als Solche noch nicht existiert haben.)
Mit
dem Sich Erheben des Tageslichtes bemerkt jedes
Tröpfchen in der Wolke die Berührungen
der Morgenröte.
Einige
fühlen sich gar wohl gestreichelt und erfreuen
sich einander an ihrem Leuchten durch jenes sie
berührende Licht. Da ihnen als
Wasser-Tröpfchen eine Durchlässigkeit des
Lichtes gegeben ist, vermögen sie darin mit
dem Lichte zu spielen (indem sie es unterschiedlich
brechen, bzw. in dessen Hindurchlassen beweglich
sind). Im Alten See ist dies keiner (bewusst)
möglich gewesen. Sogleich finden sich einige
in ihren Tänzen mit der Morgenröte ein
Es ist doch ihnen wie von selbst gegeben
Andere
wieder zieht es weniger zu diesen Tänzen, als
dass sie dem Zehren an ihrem Leib als
Tröpfchen gewahr werden. Nun rufen sie dies
ihren lichttanzenden Freundinnen zu, und so einigen
sie sich, im Windspiel den Hauch in den Lüften
zum Wehen zu einem Schatten hin zu locken, als dass
sie im vergleichsweise Dunkel nicht weiter
abnehmen.
Andererseits
hat ihnen die Morgenröte zum Licht auch
Wärme gespendet, und im Schatten ist es nun
auch kühler, was ihnen - neben dem Wegfall der
von der Morgenröte so zärtlich
geschenkten Möglichkeit des Lichtspieles - nun
auch mehr Anstrengung für das
Aufbringen der inneren Wärme, um
nicht zu gefrieren, beschert. So absentieren sich
einige aus der Wolke mit einem anderen Hauch wieder
der Morgenröte zu, um sich mit ihr zu
kleiden, weniger zu frieren und
einander ihre Tänze
wiederaufzunehmen.
Andere
in der Wolke kommen während ihres vom Winde
Getragenwerden in den Schatten darauf, dass sie in
der inneren Eigen-Wärme aus dem Ich bin
ein Wasser-Tröpfchen nicht abnehmen,
während dies durch die äußere
Wärme der sich mehr und mehr zum orangen,
gelben und schließlich weiß werdenden
Tageslicht
verwandelnden Morgenröte sehr wohl geschieht.
Sie entdecken sodann ihre Versuchung
eines geschenkt-vorschnellen Lichttanzes, die sie
zu ihrem Abnehmen und dann in eine Art
Auflösung in die lichtdurchfluteten Lüfte
führt
zur Li'weißen
See
Angesichts
dieser Versuchung bemerken die in der Wolke
Verbliebenen zum einen eine gewisse lockende
Schönheit
zu ihrem Spiele mit dem Lichte und dem Winde
gleichermaßen, und doch (im Widerstehen durch
Reflektieren) zum anderen, dass ihnen hierzu noch
etwas fehlt und sie daraufkommen müssten
Nicht sich vom Lichte abzuwenden gilt es,
sondern das ihnen Fehlende im Dunkel der Schatten
und der (dem Tage folgenden) Nacht zu finden
so zu finden, dass sie hieraus nicht
abnehmen.
So
locken sie den Hauch der Lüfte, sie in einen
schattigen Wald zu tragen, worin sie übend den
verbleibenden Tag und dann eine Gute
Nacht
(worin die Übungen das Tages nachwirken)
verbringen wollen
Dererlei
Übungen eröffnen sich ihnen verschiedene
Als Beispiel sei eine
angeführt:
Im
Tröpfchen-Flug, zu jener Zeit, in
der sie sich noch im Geysir gefunden haben, wird
die Situation einer gewissen Versuchung zum
ausschweifenden Schwellgen nachgestellt. Zwei
fliegen aus einem Kreis in einem Bogen und begegnen
sich in der Mitte, wo sie sich gegenüber
einander anblickend in einem inneren Kreis bewegend
grüßen und sich dann nach anderthalb
Runden mit einem Bogen wieder in den gemeinsamen
Kreis einfinden, und zwar am Startplatz der jeweils
Anderen
Das mag sich noch steigern, wenn
sich der gemeinsame Kreis auch noch bewegt
Geht
eine dieser Versuchung des ausschweifenden
Schwellgens nach, verliert sie die Orientierung,
begegnet der Anderen nicht und kommt nur mit Hilfe
der anderen wieder in den gemeinsamen Kreis
zurück.
Widersteht sie, wird ihr im Bei-Sich-Sein
weniger
mehr,
worin sie jenen Flug wacher, bewusster und ihre
Begegnung intensiver zu erleben und ihr
Gegenüber im Fluge zu grüßen
vermag. Doch geben sie sich im Üben einander
die Zeit, um auf (einer je-) den Bedarf des
Bei-Sich-Sein darauf zu kommen.
Aus
dererlei verschiedenen Übungen haben sie in
der Wolke im Walde ihre Lichter des Ich bin
ein Wasser-Tröpfchen, auf welches sich
in ihrem Ringen mit der Schwerkraft gekommen sind,
neu erleben und ergreifen können, zumal ihnen
jetzt der Dunkelraum seit damals
freundlicher geworden ist
Aus
jenem Lichte erwächst einer jeden weiter eine
Art innere Sonne,
von
welcher ich (Gerd) in einem anderen Bilde bereits
erzählt
habe
Hierzu
schenkt ihnen der Dunkelraum seinen Raum in jener
Weise, dass ihre inneren Sonnen dessen
Eigenlicht zu werden vermögen. Dies gestattet
ihnen (bzw. einer jeden), sich in übender
Weise in ihr Gleichgewicht zu begeben: Möge
ihr Strahlen mutig in die Sichtbarkeit
gelangen, so bedarf es doch eines über das
Wasser hinausgehenden erdstofflichen
Elementes, das sich bereits bei den
ehemaligen Muster-Schülern eingefunden hat,
und worin die Gefahr des Gefrierens wohnt
(Kristallisationsteilchen).
Soweit
bedarf es eines Ego, dass die Einzelne
durch ihr innewohnendes Licht, das auf ihr
Ego trifft, sichtbar wird. Ihr
Ego möge
zum
einen (nur) so fein
sein, dass sie vom innewohnenden Licht zur
Erscheinung gelangt. Sobald das Ego ihr
innewohnendes Licht verschluckt und
einen Schatten wirft, wäre dies
schon zuviel, und sie liefe Gefahr in einem
frostigen Wind zu gefrieren
und im
Verhältnis zueinander wäre die Wolke vor
lauter Wasser-Tröpfchen nicht mehr wahrnehmbar
(gleich,
wie wenn man den Wald vor lauter Bäume nicht
mehr sähe)
sowie
zum anderen aber doch zur Sichtbarkeit in ihrem
Strahlen vorhanden
sein.
Da
erfahren die Wasser-Tröpfchen, dass sie -
gleich wie bei der inneren Wärme -
dabei nicht abnehmen, sondern ihren
Tröpfchen-Leib
bewahren.
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Eine
reale Entsprechung findet sich in der
altägyptischen Seelenwanderung eines
Verstorbenen. Da durchläuft seine Seele
verschiedene Stationen, wo sie nach ihrem Verhalten
im Leben befragt wird.
Besteht sie diese Prüfungen, kommt am Ende das
Wiegen des Herzens.
Da
wird das Herz des Verstorbenen mit einer Feder
gewogen. Mir ist dies gleich der Eigenschaften des
vorhin in der Geschichte erwähnte
Ego im Strahlen der
Einzelnen:
Käme
sie aus ihrem innewohnenden Licht nicht zur
Sichtbarkeit (also ohne das bisschen
Ego auf Erden), so wäre das Herz
im Verhältnis zur Feder zu leicht.
Verschluckte
das Ego das innewohende Licht und
würfte Schatten, so wäre es
zu egoistisch, und das Herz wäre im
Verhältnis zur Feder zu schwer.
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