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G E R D s

E L E V E N T Y

D I E . UE B E N D E N

Im Winde

(Fortsetzung aus „Am Geysir“)

… und so erwächst frei schwebend über dem allmählich wieder niedergehenden Geysir eine kleine Wolke, deren Neue Geschichte nun beginnt, worin die Tröpfchen - nun aus dem Geysir erwachsen - der Kälte, den Winden, der Sonne und vielerlei Elementen begegnen werden …

 

Nachdem das Wasser aus der Fontäne des Geysirs wieder in den See zurückgekehrt ist und sich darüber nur noch ein paar Spritzer befinden, ist zur, im Vergleich zum See, kälteren Luft, auch noch ein frostiger Wind aufgekommen und weht jetzt über den See. Er ergreift die sich noch in der Luft befindlichen Spritzer und die frei schwebende Wolke der Übenden.

Dem frostigen Winde ausgesetzt, erleiden alle Tröpfchen über dem See große Schmerzen, denn der Wind leitet ihre Kristallisierung (zu Schneeflocken) ein. Das Wasser - egal, ob alle(s) im Alten See, oder nun jedes Tröpfchen - ist jedoch beweglich. Das Wasser vermag eine Form einzunehmen, aber diese ist variabel … und gerade bei den Tröpfchen haben sich diese Eigenschaften gesteigert, welche bei allen im stehenden Gewässer des Alten See nur geschlummert haben.

Das Gefrieren im eisigen Winde aber schränkt ebendiese Beweglichkeit in Form und im Strome ein, droht diese zu stoppen (jene Schmerzen könnte man sich noch schlimmer als bei Verkrampfungen vorstellen) und scheint den Tröpfchen ihre eben gewonnene Freiheit aus ihrer Emanzipation von der vorgegebenen Schwerkraft wieder zu nehmen zu wollen.

 

Die Tradierenden sind mit den frei Fallenden in den See zurückgekehrt und bemerken den Wind kaum oder gar nicht mehr.

 

Die Muster-Schüler befinden sich noch in der Spritzern über dem See, denn, um Muster und Schemen zu entwickeln sind sie innerlich soweit aktiv gewesen, dass sie zum einen weiter oben im Geysir gewesen und dann zum anderen etwas langsamer gefallen sind. So ergreift sie nun noch der frostige Wind, und auch diese Tröpfchen erleiden die Schmerzen des Gefrierens. Dies ist ihnen völlig neu als Tröpfchen (zumal der Alte See durch die Wärme der Mater Terra nicht zufriert).

Einige halten nach wie vor an ihre Muster des inzwischen verlorenen Ursprünglichen fest, kristallieren und werden vom Winde verweht … Doch manche von ihnen gelangen durch den Wind wieder in den See zurück, in welchem sie wieder auftauen …

Andere kommt in ihrem Schmerze ein Einfall, worin sie sich als Tröpfchen gewahr werden und nun erfahren, dass ihr Gefrieren vom Festhalten und Fixieren herrührt. Sogleich lassen sie diese Versuchung der Kälte los, und werden vom Winde nahe der Oberfläche des See getragen, wodurch sich das Gefrieren verzögert. Im Ergreifen der Beweglichkeit des Wasser, das ihnen in ihrer Not nun nahezu gegeben ist, gelangen sie nun in einen Vorgang ihres weiteren Werdens zwischen der nahen Oberfläche des See und dem eisigen Winde …

 

Bei den Übenden veranlasst bei manchen ihr Schmerz wieder den Alten See aufsuchen zu wollen, denn diesen hätten sie dort nicht erleiden müssen. So greifen sie ihre Beweglichkeit in jener Weise auf, dass sie einander schwer werden und nun fallen. In der Nähe der Oberfläche des See gekommen, verzögert sich ihr Gefrieren, das sie in ihrem Freien Fall bestärkt. Doch da begegnen sie einigen ehemaligen Muster-Schülern, welche aus ihrem Gefrieren herausgekommen sind und sich in das Bewegliche, als Gegensatz zum Erstarren im Fixieren und Musterhaften, allmählich einfinden.

Angeregt durch der Werdenden Erfahrungen stoppen die Übenden ihren Freien Fall und erzählen von ihren Schmerzen. Im Sich einander Begegnen entdecken die Übenden die Wärmequelle aus ihren erfahrenem „Ich bin ein Wasser-Tröpfchen“ und geben diese den Werdenden zwischen See und Winde weiter. Ihr Üben im Aufgreifen der inneren Wärmequelle gestattet ihnen die schwebende Wolke ihrer Schwestern wieder aufzusuchen … und sie nehmen dabei die vormaligen Muster-Schüler mit.

Jene Übenden, welche in ihren Schmerzen in der Wolke geblieben sind, sind von selbst auf die Wärmequelle in der Jeden „Ich bin“ gekommen. Zum einen stoppt ihre innere Wärme das Gefrieren und taut sie mitunter wieder auf, aber zum anderen entdecken die Übenden (auch angesichts der äußeren Kälte der Lüfte) die Anziehung zur gemeinsamen Wärme im „Uns Einander“ … Die Rückkehr jener Übenden, welche zuvor die Wolke verlassen, sich in den Freien Fall begeben haben und jetzt andere Tröpfchen mitgebracht haben, regt die Übenden in der Wolke an, im „Uns Einander“ andere Schwestern in der eigenen Bewegung mitzunehmen, mitunter sich von ihnen mitnehmen zu lassen, und auf diese Weise gemeinsam zu üben.

Im Uns Einander Wärmen bewahren Jene in der schwebenden und nun vom Winde getragene Wolke ihr Tröpfchen-Sein und genießen das vom Winde Mitgenommen Werden, das sie aufmerksam beobachten.

 

Doch im Zuge der Übungen im Uns Einander künden die Werdenden, welche zu Werdenden im Üben geworden sind, den nun Übenden ihres Werdens vom Ziehen im Schmerze: Im Gefrieren hat sie sich in bestimmte Richtungen zerrend ausgedehnt empfunden, wodurch sie zwar leichter wird, aber ihren inneren Zusammenhalt als Tröpfchen verliert und zu anderer Form gezwungen wird …

Im Erwärmen wird sie zwar schwerer, aber gewinnt ihre Emanzipation gegenüber dem „von-außen-Formenden“ und wird in jener gegenüber der „von außen vorgegebenen Schwerkraft“ bestärkt.

Mit jeder Emanzipation geht das Einverständnis mit jenem vormals Vorgegebenen einher, sodass die Übenden beginnen hiermit zu gestalten. Zum Beispiel bewahren sie nun die Form ihrer gemeinsamen Wolke im Winde, wärmen sich einander und bleiben beisammen. Sie lassen sich nun nicht mehr vom Winde verwehen … passen sich aber im Spiele mit diesem an, worüber im nächsten Teil der Geschichte erzählt wird.

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