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G E R D s

E L E V E N T Y

D I E . UE B E N D E N

Im Geysir

Am Anfang bildet sich in den Tiefen eines stehenden Gewässers ein „H“. Im Wasser des See steigt es auf, erreicht die Oberfläche, und erklingt als Geysir.

Aus diesem „H“ ereignen sich erwachsend viele Wassertröpfchen.

 

Einigen Tröpfchen offenbart sich feurig dieses Ereignis, worin sie - im noch aufwärts strömenden „H“ nun visuell sichtbar - ihrer Einzigartigkeit gewahr werden …

Andere haben dieses Ereignis bereits seit einiger Zeit erahnt, und wenige sogar vorausgesehen. So erzählen sie nun von einer Alten Zeit, in welcher noch alle(s) ein See gewesen ist und es noch keine Tröpfchen gegeben hat. Sie meinen, nun eben ist es an der Zeit für dieses Ereignis (gewesen), worin alle(s) aus dem Alten See hervorgekommen sind (ist), diesen nun verlassen haben, und Jede jetzt den nächsten Schritt ihres Werdegangs zu beschreiten vermag.

Jene Weisen beruhigen mit ihren Erzählungen die aus der Offenbarung Begeisterten und locken sie - etwas ernüchternd zur äußeren Hitze der Offenbarung -, die sich eben ereignenden Vorgänge zu beobachten, wahrzunehmen, sich allmählich mit dem Strome mitzubewegen und erwach[s]end dabei zu sein.

Einige begeisterte Tröpfchen jedoch genießen derart ihr Wow-Erlebnis, sodass sie in ihrem Überschwang mit dem Alten See nichts mehr zu tun haben wollen … Sie fühlen sich jetzt als Tröpfchen hiervon so sehr bedrängt und wollen (davon) frei sein … und so halten sie auch nichts von den Erzählungen der Weisen, weil sie diese als veraltet empfinden … und sie bleiben dem Strome des Geschehens fern und bewahren ihr Erlebnis, worin sie sich anderen überlegen fühlen.

 

Wiederum andere nehmen jenes Ereignis kaum oder gar nicht wahr.
Dennoch ist auch für sie die Alte Zeit vorüber, denn als Tröpfchen finden sie sich nun in einer Art Ein- und Mehrzahl, welche sie vorhin nicht gespürt haben und jetzt neu ist.

Manche von ihnen nehmen allmählich die Veränderungen wahr und erahnen so eine Art Ablauf im Geschehen …
Davon kommen wenige aus dem Dämmern ihrer Ahnungen dann irgendwie zu ihrer eigenen Wahrnehmung als Tröpfchen, das sie zu den Weisen zieht.

Andere wieder vermögen entweder damit nichts anzufangen, oder wollen mit Derartigem nichts zu tun haben. Sie fühlen sich wohl im Tradieren angesichts sich wandelnder Zeiten.

 

Allen gemeinsam ist ihre schimmernde Erinnerung an ihre gemeinsame Alte Zeit im See, welche ihnen als Tröpfchen durch das Ereignis zugänglich geworden ist. Einige regt dies im Gewahrwerden als Tröpfchen an, manche tradieren ihre - immerhin gemeinsamen - Erinnerungen und genügen sich darin, und wiederum andere verbannen diese im impulsiven Sprengen ihrer (empfundenen) alten Ketten.

 

Mit der Zeit jedoch erreicht das „H“ seine größte Ausdehnung und beginnt nun zu verklingen.

Der zunächst aufwärts strebende Impuls endet, überschreitet sein Höhepunkt, und nun ergreift wiederum die Schwerkraft das Geschehen, wie auch jedes einzelne Tröpfchen.

Alle bemerken diese Veränderung, wenn auch in verschiendener Weise, und so gehen sie auch unterschiedlich damit um.

 

Jene, welche mit derartigen Ereignissen wie dem „H“ nichts zu tun haben und so leben wollen, wie sie eben immer schon gelebt haben, haben sich zwar mit sich wandelnden Zeiten abgefunden, begegnen diese aber mit Argwohn. Denn dieser Tröpfchen Schlaf beschert ihnen einen Raum konstanter Gleichmäßigkeit, Glück und „Stabilität“. Ihre Welt oder ihr Welt-Bild darf aber niemals (von außen) hinterfragt werden. Dann nämlich können sie ziemlich aggressiv werden - die Schlafenden - weil sie dies als Bedrohung empfinden.

 

Die, welche Veränderungen der Zeiten im Strome (nur) erahnen, sind zunächst etwas verunsichert.

Einige fallen zurück in ihren vorigen Dämmerschlaf und schließen sich enttäuscht den Tradierenden an … sozusagen die neuen Lehren, der ach so Gescheiten, taugen nicht für uns …

Andere beginnen anlässlich der spürbar werdenden Schwerkraft sich als Tröpfchen zu ergreifen und finden sich in den Kreis der Übenden ein, welche am Geschehen Interesse zeigen und diese mit sich selbst und ihrer Leiblichkeit in Zusammenhang bringen … Dies führt sie dazu, die Schwerkraft zu akzeptieren und zu ihrem Bedürfnis hiermit umzugehen.

Die ihre Wow-Erlebnis pflegenden Tröpfchen halten zum einen an bestimmte Techniken und Muster jener Erlebnisse fest und tradieren nun diese, und zum anderen negieren einige die Schwerkraft durch die aus der Überschwenglichkeit des Wow erwachsenden „Sitzungen“ … und siehe da, sie fühlen sich wohl in ihrer Schwere-Losigkeit … ganz leicht … aber sie bemerken dabei nicht, dass sie sich im freien Fall befinden.

In den freien Fall gelangen eigentlich all jene, welche sich in die Leere begeben: Zum einen wie eben beschrieben, oder zum anderen in Handlungen, welche am Geschehen komplett vorbeigehen, oder dieses leugnen ...

 

Mit der, durch das verklingende „H“, zunehmenden Schwerkraft, beginnen nun mehr Eigenschaften der Schwerkraft zu wirken.
Zudem ist das Wasser, sobald es durch den Geysir den äußerlich wärmeren See verlassen hat und in die darüberliegende kältere Luft gekommen ist, kühler geworden.

So wird für die Tröpfchen nicht nur der „Zug nach unten“, sondern auch das Anziehende zu einem Mittelpunkt (und Zentrum) als Solches, sowie das Kontrahierende durch die zunehmende Kälte, spürbar …

Da erwächst den Tröpfchen nun die Anziehungs-Kraft, sowie diese durch die Kontraktion verstärkend, zu … ?

 

den Tradierenden, welche eigentlich so wie ihre Ahnen im Alten See leben wollen, so wie es immer schon war und sein möge.

Mit dem inzwischen zurückgehenden Geysir gelangen sie auch wieder in den See zurück … Dies geschieht auch den frei Fallenden, egal mit welchen Mitteln sie sich in die Leere begeben haben.

 

den Muster-Schülern, egal, ob sie ihr Wow oder inzwischen verblasste Erinnerungen festhalten.

Sie fallen in Muster, Schemen, Fixier- und Reglementierungen, weil sie sich davon Sicherheit und gewisse Garantien versprechen. Trotz steigender Klarheit verstärkt dies die Kälte auch von innen her …

 

den Übenden - ein Beispiel: Das Ziehen nach unten empfindet sie als Dunkel. Das inzwischen erfahrene „Ich bin ein Tröpfchen“ bringt sie mit dem Licht in Verbindung. Da erwacht ihr eigener Wille das Geschehen zu beeinflussen und eben das Dunkel des Fallens durch das Licht des „Ich bin“ zu bescheinen. Diese innere Aktion mildert sogleich ihr Fallen, weil sie dem äußerem Fallen ein aktives inneres Aufsteigen ausgleichend entgegensetzt.

Mit derartigen „inneren Aktivitäten“ stellt sie sich in das Geschehen und beginnt nun darin mitzuwirken. Durch die Schwerkraft fühlen sie sich einander angezogen … richten sich zunächst gegen ihr Fallen auf, gleichen aus, entdecken ihre Mitte, schaffen sich darin ihre Voraussetzung sich selbstbestimmt (einander) zu bewegen … und gelangen schließlich im stetigen Zunehmen der Schwerkraft zu ihrem Tanze der Wassertröpfchen, in welchem sie die gleiche Gültigkeit aller Richtungen gewinnen und sich überallhin zu bewegen vermögen.

Im Akzeptieren, Einverständnis und (einander) verwandelndes Umgehen mit Dunkelheit und Schwerkraft werden jene Tröpfchen ihre Souveränität erhalten ...

 

und so erwächst frei schwebend über dem allmählich wieder niedergehenden Geysir eine kleine Wolke, deren Neue Geschichte nun beginnt, worin die Tröpfchen - nun aus dem Geysir erwachsen - der Kälte, den Winden, der Sonne und vielerlei Elementen begegnen werden …

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