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Am
Anfang bildet sich in den Tiefen eines stehenden
Gewässers ein H. Im Wasser des See
steigt es auf, erreicht die Oberfläche, und
erklingt
als Geysir.
Aus
diesem H ereignen
sich erwachsend viele
Wassertröpfchen.
Einigen
Tröpfchen offenbart
sich feurig dieses Ereignis, worin sie - im noch
aufwärts strömenden H nun
visuell sichtbar - ihrer Einzigartigkeit gewahr
werden
Andere
haben dieses Ereignis bereits seit einiger Zeit
erahnt,
und wenige sogar vorausgesehen. So erzählen
sie nun von einer Alten Zeit, in welcher noch
alle(s) ein See gewesen ist und es noch keine
Tröpfchen gegeben hat. Sie meinen, nun eben
ist es an der Zeit für dieses Ereignis
(gewesen), worin alle(s) aus dem Alten See
hervorgekommen sind (ist), diesen nun verlassen
haben, und Jede jetzt den nächsten Schritt
ihres Werdegangs zu beschreiten vermag.
Jene
Weisen beruhigen mit ihren Erzählungen die aus
der Offenbarung Begeisterten und locken sie - etwas
ernüchternd zur äußeren Hitze der
Offenbarung -, die sich eben ereignenden
Vorgänge zu beobachten, wahrzunehmen, sich
allmählich mit dem Strome mitzubewegen und
erwach[s]end dabei zu sein.
Einige
begeisterte Tröpfchen jedoch genießen
derart ihr Wow-Erlebnis,
sodass sie in ihrem Überschwang mit dem Alten
See nichts mehr zu tun haben wollen
Sie
fühlen sich jetzt als Tröpfchen hiervon
so sehr bedrängt und wollen (davon) frei sein
und so halten sie auch nichts von den
Erzählungen der Weisen, weil sie diese als
veraltet empfinden
und sie bleiben dem
Strome des Geschehens fern und bewahren ihr
Erlebnis, worin sie sich anderen überlegen
fühlen.
Wiederum
andere nehmen jenes Ereignis kaum oder gar nicht
wahr.
Dennoch ist auch für sie die Alte Zeit
vorüber, denn als Tröpfchen finden sie
sich nun in einer Art Ein- und Mehrzahl, welche sie
vorhin nicht gespürt haben und jetzt neu
ist.
Manche
von ihnen nehmen allmählich die
Veränderungen wahr und erahnen so eine Art
Ablauf im Geschehen
Davon kommen wenige aus dem Dämmern ihrer
Ahnungen dann irgendwie zu ihrer eigenen
Wahrnehmung als Tröpfchen, das sie zu den
Weisen zieht.
Andere
wieder vermögen entweder damit nichts
anzufangen, oder wollen mit Derartigem nichts zu
tun haben. Sie fühlen sich wohl im Tradieren
angesichts sich wandelnder Zeiten.
Allen
gemeinsam ist ihre schimmernde Erinnerung an ihre
gemeinsame Alte Zeit im See, welche ihnen
als
Tröpfchen
durch das Ereignis zugänglich geworden ist.
Einige regt dies im Gewahrwerden als Tröpfchen
an, manche tradieren ihre - immerhin gemeinsamen -
Erinnerungen und genügen sich darin, und
wiederum andere verbannen diese im impulsiven
Sprengen ihrer (empfundenen) alten
Ketten.
Mit
der Zeit jedoch erreicht das H seine
größte Ausdehnung und beginnt nun zu
verklingen.
Der
zunächst aufwärts strebende Impuls endet,
überschreitet sein Höhepunkt, und nun
ergreift wiederum die Schwerkraft das Geschehen,
wie auch jedes einzelne Tröpfchen.
Alle
bemerken diese Veränderung, wenn auch in
verschiendener Weise, und so gehen sie auch
unterschiedlich damit um.
Jene,
welche mit derartigen Ereignissen wie dem
H nichts zu tun haben und so leben
wollen, wie sie eben immer schon gelebt haben,
haben sich zwar mit sich wandelnden Zeiten
abgefunden, begegnen diese aber mit Argwohn. Denn
dieser Tröpfchen Schlaf beschert ihnen einen
Raum konstanter Gleichmäßigkeit,
Glück und Stabilität. Ihre
Welt oder ihr Welt-Bild darf aber niemals (von
außen) hinterfragt werden. Dann nämlich
können sie ziemlich aggressiv werden - die
Schlafenden - weil sie dies als Bedrohung
empfinden.
Die,
welche Veränderungen der Zeiten im Strome
(nur) erahnen, sind zunächst etwas
verunsichert.
Einige
fallen zurück in ihren vorigen
Dämmerschlaf und schließen sich
enttäuscht den Tradierenden an
sozusagen die neuen Lehren, der ach so Gescheiten,
taugen nicht für uns
Andere
beginnen anlässlich der spürbar werdenden
Schwerkraft sich als Tröpfchen
zu
ergreifen
und finden sich in den Kreis der Übenden ein,
welche am Geschehen Interesse zeigen und diese mit
sich selbst und ihrer Leiblichkeit in Zusammenhang
bringen
Dies führt sie dazu, die
Schwerkraft zu akzeptieren und zu ihrem
Bedürfnis hiermit umzugehen.
Die
ihre Wow-Erlebnis pflegenden Tröpfchen halten
zum einen an bestimmte Techniken und Muster jener
Erlebnisse fest und tradieren nun diese, und zum
anderen negieren einige die Schwerkraft durch die
aus der Überschwenglichkeit des Wow
erwachsenden Sitzungen
und siehe
da, sie fühlen sich wohl in ihrer
Schwere-Losigkeit
ganz leicht
aber
sie bemerken dabei nicht, dass sie sich im freien
Fall befinden.
In
den freien Fall gelangen eigentlich all jene,
welche sich in die Leere begeben: Zum einen wie
eben beschrieben, oder zum anderen in Handlungen,
welche am Geschehen komplett vorbeigehen, oder
dieses leugnen ...
Mit
der, durch das verklingende H,
zunehmenden Schwerkraft, beginnen nun mehr
Eigenschaften der Schwerkraft zu wirken.
Zudem ist das Wasser, sobald es durch den Geysir
den äußerlich wärmeren See
verlassen hat und in die darüberliegende
kältere Luft gekommen ist, kühler
geworden.
So
wird für die Tröpfchen nicht nur der
Zug nach unten, sondern auch das
Anziehende zu einem Mittelpunkt (und Zentrum) als
Solches, sowie das Kontrahierende durch die
zunehmende Kälte, spürbar
Da
erwächst den Tröpfchen nun die
Anziehungs-Kraft, sowie diese durch die Kontraktion
verstärkend, zu
?
den
Tradierenden,
welche eigentlich so wie ihre Ahnen im Alten See
leben wollen, so wie es immer schon war und sein
möge.
Mit
dem inzwischen zurückgehenden Geysir
gelangen sie auch wieder in den See zurück
Dies geschieht auch den frei Fallenden,
egal mit welchen Mitteln sie sich in die Leere
begeben haben.
den
Muster-Schülern,
egal, ob sie ihr Wow oder inzwischen verblasste
Erinnerungen festhalten.
Sie
fallen in Muster, Schemen, Fixier- und
Reglementierungen, weil sie sich davon
Sicherheit und gewisse Garantien versprechen.
Trotz steigender Klarheit verstärkt dies
die Kälte auch von innen her
den
Übenden
- ein Beispiel: Das Ziehen nach unten empfindet
sie als Dunkel. Das inzwischen erfahrene
Ich bin ein Tröpfchen bringt
sie mit dem Licht in Verbindung. Da erwacht ihr
eigener Wille das Geschehen zu beeinflussen und
eben das Dunkel des Fallens durch das Licht des
Ich bin zu bescheinen. Diese innere
Aktion mildert sogleich ihr Fallen, weil sie dem
äußerem Fallen ein aktives inneres
Aufsteigen ausgleichend
entgegensetzt.
Mit
derartigen inneren Aktivitäten
stellt sie sich in das Geschehen und beginnt nun
darin mitzuwirken. Durch die Schwerkraft
fühlen sie sich einander angezogen
richten sich zunächst gegen ihr Fallen auf,
gleichen aus, entdecken ihre Mitte, schaffen
sich darin ihre Voraussetzung sich
selbstbestimmt (einander) zu bewegen
und
gelangen schließlich im stetigen Zunehmen
der Schwerkraft zu ihrem Tanze
der
Wassertröpfchen,
in welchem sie die gleiche Gültigkeit aller
Richtungen gewinnen und sich überallhin zu
bewegen vermögen.
Im
Akzeptieren, Einverständnis und (einander)
verwandelndes Umgehen mit Dunkelheit und
Schwerkraft werden jene Tröpfchen ihre
Souveränität erhalten ...
und
so erwächst frei schwebend über dem
allmählich wieder niedergehenden Geysir eine
kleine Wolke, deren Neue Geschichte nun beginnt,
worin die Tröpfchen - nun aus dem Geysir
erwachsen - der Kälte, den Winden, der Sonne
und vielerlei Elementen begegnen werden
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