Eleventy.at - Ausgaben - Themen - Titel - zurückblättern - weiterblättern

G E R D s

E L E V E N T Y

D I E . UE B E N D E N

Entsprechungen

Weil mir (Gerd) schon in den späteren Geschichten unserer Fantasiespiele im Verein, und dann in der Eurythmie, der Bezug zu realem Geschehen in der Welt ein Anliegen ist, und weil in unseren Vereinsstatuten im vierten Absatz des Zweckes von einer Offenlegung des Konzeptes einer Aussage von Kunstwerken gesprochen wird, erwähne ich diesmal reale Entsprechungen zu der in dieser Ausgabe begonnenen Geschichte der Wasser-Tröpfchen. Normalerweise serviere ich diese nicht so auf dem Silbertablett, sondern präferiere Übungen, aber anlässlich der Zeiten wie diesen, mache ich das jetzt mal doch:

 

Im Bilde erwachsen durch den Geysir Wasser-Tröpfchen, welchen nun - eben als Tröpfchen - die Möglichkeit gegeben wird, aus der Alten Zeiten Schlaf und Traume zu erwach(s)en.
Nicht mehr wie früher ist Alles einerlei, sondern jedes Tröpfchen existiert nun (zunächst) für sich (mitunter alleine).

Nicht mehr vorgegeben und unbewusst im stehenden Gewässer verbunden - eigentlich gibt es da weder ein Einander- noch ein Verbunden-Sein, weil eben beides schon die „Individualität“ eines Tröpfchen im Bilde voraussetzt - erwächst mit dem Erwach(s)en das Gewahrwerden als Tröpfchen, im Bilde zunächst getragen durch das „H“ im noch aufsteigendem Geysir, das mit der Zeit verklingt; und alles Weitere nun an den Tröpfchen liegt.

In den beiden hier erzählten Teilen geht es im Wesentlichen, ob und wie sich der Mittelpunkt eines Tröpfchens gestaltet. Da werden drei Möglichkeiten bebildert:

  • gar kein Punkt im Zurückkehren in das wieder stille Gewässer des See,
  • ein Kristallisationspunkt stofflicher Art, welcher bei großer Kälte das Gefrieren und Erstarren einleitet,
  • ein Sonnen-Raum der Mitte (gewissermaßen himmlischer oder „überirdischer“ Art) eines jeden Tröpfchens und, auf Basis dieser, einer Neuen Gemeinschaft.

 

Hier erwähnte reale Entsprechungen zu dieser Geschichte finden sich mir z.B. schon in der Corona-Krise vor ein paar Jahren.

Da haben sich viele Historiker gewundert, dass jetzt - entgegen ihrer und vieler anderer Intellektueller Erwartungen - auf der Welt die Diktaturen zunehmen und (inzwischen traditionell gewordene) „westliche Demokratien“ im Abnehmen begriffen sind. Dieser Trend hat sich in den letzten Jahren noch verstärkt.

Laut Bericht der heurigen Sicherheitskonferenz in München ist die Welt in eine Phase der Abrissbirnenpolitik eingetreten. Die Devise umfassender Zerstörung statt inkrementeller Reform und sorgfältiger Kurskorrekturen prägt vielerorts den Umgang mit gewachsenen politischen Strukturen. An der Spitze derjenigen, die versprechen, ihr Land von den Zwängen der bestehenden Ordnung zu befreien und zu neuer Größe zu führen, steht ausgerechnet die aktuelle US-Regierung. Mehr als achtzig Jahre nach ihrer Begründung befindet sich die vor allem von den USA geprägte Nachkriegsordnung im Prozess der Zerstörung.

 

Die Haltekraft oder Tragfähigkeit der vor über fünfzig Jahren erworbener Rechte (z.B. aus der Sozialdemokratie) nimmt ab, gleich wie eben in der Geschichte das „H“ verklingt.

Genau da befinden wir uns: Jenes „H“ im Bilde verklingt uns inzwischen seit Jahrzehnten - und schon seit dieser Zeit liegt es an jeder Einzelnen zu verstehen, sich aufzugreifen, im Bilde der Geschichte zur Übenden zu werden, sowie sich einander zu finden …, oder - dramatisch ausgedrückt - aber im Sog eines erneuten Faschismus und dergleichen unterzugehen …

Das in der Geschichte erwähnte Überschreiten des Höhepunktes und das Zunehmen des Fallens erinnert mich an die Sinuskurve, welche sich in der Geschichte nur bis zum Höhepunkt und dem anschließenden Fallen ereignet. Der michaelische Wendepunkt, welches das Fallen mindert, kommt alleine von den Tröpfchen. Er wird durch deren Aktivität erschaffen, und daraus ergibt sich der weitere Verlauf der Kurve, welcher ab dem Fallen stets offen bleibt und alleine aus der in der Geschichte erwähnten inneren Aktivität der Tröpfchen gestaltet wird.

In diesem Kontext erscheint mir die Beschäftigung mit der Apokalypse des Johannes schon etwas verständlicher.

 

Und sie bewegt sich doch.

In der Geschichte und in den hier bislang erzählten Geschichten kommt es immer wieder zu neuen Wegen, worin sich etwas Verloren oder Fehlgeleitet Geglaubtes zum einen in den Strom der wohlwollenden Evolution einfindet, und zum anderen diesen sogar anreichert und steigert. Zu Recht darf ich auf vernetzte Wege, gleich Wasserwegen in naturbelassenen Auen hoffen, doch bedarf es einer „spirituellen Aktivität“, wie hier bereits in mehreren Beiträgen als Beispiele, darunter zum Himmelswandern, erwähnt.

Eleventy.at - Ausgaben - Themen - Titel - zurückblättern - weiterblättern