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G E R D s

E L E V E N T Y

H I M M E L . und . E R D E

Buntes Währing im Verkehring

für Lisi

 

Bekannterweise erwachsen Farben aus der Begegnung von Licht und Finsternis, das am „irdischen Himmel“, i.S.v. „sky“ im Gegensatz zu „heavens“, beobachtet werden kann.
Kurz (und ohne Details zu Licht, Stoff, Luft, usw.):

  • Liegt zwischen mir und der Sonne die vergleichsweise „dunkle“ Atmosphäre, so erwachsen von weiß ausgehend, gelb, golden, orange und schließlich rot … z.B. beim Sonnenauf- oder -untergang
  • während, wenn sich zwischen mir und dem Weltall die vergleichsweise „helle“ Atmopshäre befindet, sich Blautöne einstellen … z.B. wo uns der Himmel blau erscheint.
  • Grün ist dann im Regenbogen die mittlere Farbe, so wo sich die beiden Betrachtungen begegnen und da ein Drittes schaffen.

 

Im Bilde steht etwa das Licht (der Sonne) für das Ideele - oder korrumpiert: die Ideologie - der jeweiligen „politischen Farbe“, welche dann ihre Begegnung mit der Welt hat.
Jene Farben leiten sich daher weniger aus Betrachtung und Regenbogen, als aus Assoziationen ab:

Das „Schwarz“ kommt aus dem Schwarz der Kleidung der reichen Bürgerlichen, weil einst der schwarze Farbstoff aufwändiger herzustellen gewesen ist. So sind zum Beispiel (früher) Anzüge oder Talare der Gelehrten schwarz, wie einst „unter den Talaren der Muff von tausend Jahren“, (gewesen). Inzwischen löst Türkis als Farbe des „türkisch-blauen“ Opal oder der Türkise aus dem Orient jenes „Schwarz“ ab.

In Wien stehen (mir) die Türkisch-Blauen als für das Auto. So meine ich manchmal aus dem Hotel der Gefühle: „Hier regiert das Auto - ÖVP Gebiet ?“, was ja auf Währing zugetroffen hat und immer noch zutrifft, wenn auch der Anteil der einst Schwarzen zurückgegangen ist.

 

Die „Rot“ kommt aus den roten Fahnen der einstigen Sozialisten und Kommunisten, weshalb in West- und Mitteleuropa die Sozial-Demokraten als „Rote“ und die Kommunisten als „Dunkel-Rote“ bezeichnet worden sind. Beide unterscheiden sich von den „braunen“ National-Sozialisten, deren Farbe mit ihren Uniformen in Verbindung gebracht worden ist.

In Wien hat es den Anschein, dass einst in „schwarzen Bezirken“ keine U-Bahn gebaut worden ist, ausgenommen dort, wo es verbindungstechnisch erforderlich gewesen ist. In jenen Bezirken verkehren demnach nur die weiß-roten Straßenbahnen und Busse (wobei deren Farben sich von Wiens Flagge ableiten). Wenn mir also im Verkehr die Straßenbahn regiert, so erinnere ich mich an die „Roten“ …

 

Die „Grünen“ leiten ihre Farbe aus der grünen Natur ab. Als sie einst in das Parlament eingezogen sind, wollten sie in der Mitte sitzen. Grün sind die Wiesen und Wälder, und der Wienerwald gilt als „grüne Lunge“ Wiens. Aus Umweltschutz ist Klimaschutz geworden. Inzwischen wird mit den „Grünen“ in Großstädten wie Wien auch Gender und Wokeness assoziiert.

Im Währinger Verkehr begegne ich hierzu viele Dreißiger Zonen mit vielen Schwellen und mit Plattensteinen schöner Grautöne ausgeschmückten Kreuzungen, wo mir der Grünanteil verschwindend gering vorkommt. Auffällig sind mir da die Radfahrer, einige davon wahre „Verkehrs-Anarchisten“ ohne Registrierung, Kennzeichen und Regeln … So überkommt mir manchmal aus dem Hotel der Gefühle: „Hier regiert das Fahrrad - Der Grünen Zone ?“

Gefördert wird dies z.B. durch einen durchgängigen Fahrradweg ohne Hindernisse, während sich daneben nur eine Fahrbahn als Einbahn ausgeht, und sich auf ihr gleich mehrere Schwellen befinden, wie etwa die „Hans Radl Wiese“, die „Köhler Wiese“, zwei „Aumann Wiesen“ (welche jetzt bald zu einer Fußgängerzone umgebaut werden sollen - ist der Park daneben nicht schon so eine ?), und in der Gentzgasse dann die „Weimarer Wiese“, auf welchen selten nach links oder rechts geschaut wird … wie auf einer Wiese eben … müssen die anderen wegen den Schwellen ja eh so gut wie stehen bleiben.

 

Im Währing findet sich mir daher die bemerkswerte Kombination zwischen den Türkisch-Blauen als Autopartei und den Grünen mit ihrem Konzept 1-2-3-Fahrrad, bzw. Klimaticket mit Fahrrad ohne Auto oder Motorrad.

Da jedoch keine der beiden Parteien alleine regieren kann, haben wir in Währing zum einen dicke Autos, deren Beweglichkeit durch Schwellen und Dreißigerzonen eingeschränkt wird, und zum anderen teils rücksichtslose Radfahrer, sowie Fußgänger und Anwohner, welche wegen dem Platzbedarf der vielen dicken Autos auf Straßen und der manch rücksichtsloser Radfahrer in versiegelten Fußgängerzonen doch das eine oder andere Grün (Bäume und dgl.) vermissen.

Interessant wird es auf der Hasenauer Straße entlang der Bezirksgrenze: Verlasse ich Währing, so verlasse ich die Dreißiger Zonen mit all den wiesenähnlichen Schwellen, und ich kann auf normale Weise wie eben in einem Ortsgebiet üblich fahren. Komme ich wieder zurück, werde ich wieder ausgebremst. So fahre ich auf derselben Straße durch zwei Welten, deren Unterschied keineswegs die Verkehrssituation oder Baudichte, sondern alleine die politischen Farbe des jeweiligen Bezirkes ausmacht. Aber ich beschwere mich jetzt nicht darüber, denn sonst werde ich im anderen Bezirk auch noch ausgebremst, anstatt dass sich im eigenen die Verkehrspolitik normalisiert.

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