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Mag
sich - selbst am Beispiel der konventionellen
Naturwissenschaften - der Ort des
Sach-Verhaltens
auf die ganze Erde erstrecken und zum globalen
Denken animieren (wie in den vorherigen Artikeln
angewendet), so ist mir der Ort des
Handelns
und der Taten die Lokalität der Familie, der
Haus- und Hofgemeinschaft, meiner Kolleg*innen, die
jeweilige Eurythmie Gruppe, aber auch die Gemeinde
der evangelischen Kirche in Floridsdorf, in welche
ich durch meine Frau Margit (die sich dort
engagiert) mitgekommen bin
Da kommt mir
global Denken, lokal Handeln aus meiner
Zeit in der evangelischen Studentengemeinde in
Erinnerung.
Zum
Beispiel beantwortet sich mir da die Frage, wer
denn mein Nächster sein könnte und wo
sich die vorhin erwähnte christliche Geste,
worin sich der Himmel der Welt annimmt, denn
konkret ereignet.
Schon lange habe ich den Anspruch, als weißer
Ritter die Welt zu retten, aufgegeben. Als meine
Nächsten betrachte ich in der Tat nicht alle
rund 9 Millionen Österreicher
Viel
naheliegender sind mir meine Nächsten in z.B.
ebendieser Gemeinde in Floridsdorf, oder unter
meinen Kolleg*innen
Denn da kenne ich die
Menschen und vermag sie in meinem Blick zu
bekommen, was mir bei Tausenden oder Millionen
nicht möglich erscheint. In der
Überschaubarkeit des jeweiligen lokalen Ortes
wird uns das Sich Annehmen realistischer und
gestaltbarer. Das akademisch anmutende
Betroffene zu Beteiligten Machen und
ihnen eine Stimme im Mitwirken zu geben, ist uns da
auch praktisch möglich gewesen.
Was
mir hier seitens dieser Umwelten jedoch Mühe
bereitet, ist das Überbetonen des Karitativen.
Freilich haben Kranken- und Altenpflege, Almosen
und Armenspeisung, Erste Hilfe, Sanitäter,
Rettung, Krankenhäuser und die Volkshilfe und
derartige Einrichtungen ihre Berechtigung, doch
habe ich bereits aus der evangelischen Diakonie
erfahren, dass zum Beispiel das Zuhören und
das gemeinsame und ergebnisoffene Gespräch
auch als Dienst am Nächsten verstanden
wird.
So
betrachte ich das schon vorhin erwähnte
Entdecken, Briefen und dann gemeinsam Lösen
von Anforderungskonflikten im beruflichen Umfeld
ebenso als Dienst am Nächsten, nämlich an
meinen Kolleg*innen, die ihren alltäglichen
Dienst versehen und denen ich während der
Corona-Krise
eine kleine eurythmische Komposition
bewegt und gewidmet habe.
Sich
die Zeit zu nehmen für das Verstehen, was sie
arbeiten und mit ihnen herauszufinden, was sie
hierzu brauchen, ist ebenso Dienst am Nächsten
ja, und so wird in diesem Fall ein Teil der
Stadt-Gemeinde
zum Wirkungsort. Das Ringen um ein gemeinsames Bild
und (interdisziplinäres) Verständnis,
worum und wofür es den Kolleg*innen in den
Projekten geht, mit nachfolgender Organisation der
Lösungen, welche ihnen die Arbeit erleichtern,
verstehe ich ebenso als Mitarbeit an der
Großen Gemeinde des Leibes
Christi.
Zudem
ist das Berücksichtigen der
übersehenen Armen von Vorteil
für das ganze Team oder der Gemeinde, und die
Übergangenen sind nicht einfach die
unfreiwilligen Armen, um die sich die
Gemeinde oder die Diakonie gefälligst zu
kümmern haben, sondern Mitwirkende auf
Augenhöhe. Schon möglich, dass auch
kirchliche Gemeinden etwas von Projekten, deren
interdiszilinären Teams und vom Management
etwas Ahnung haben könnten. Ist es nicht
einfach besser, dass die Mitglieder gar nicht erst
zu Armen werden ?
Einst
angefangen mit dem Studentenpfarrer, hat sich auch
in unserer Vereinigung das Bemühen um ein
gemeinsames Verständnis, in die Tiefe gehend
nach dem Warum
fortgesetzt, worüber ich hier schon beim
Charakter des Sees bei den Stationen der
Krisenbewältigung erzählt
habe.
Umgekehrt
fällt es mir als Betroffener von Problemen in
konkreten und lokalen Gemeinschaften leichter zum
Mit-Wirkenden zu werden, anstatt im Alleingang als
Großer Influecer, Politiker oder Organisator
die Welt retten zu müssen oder in meiner
gefühlten Ohnmacht, in der Welt nichts
ändern zu können, zu verbleiben.
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