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Ö.V. der Hauskreise zur Förderung der sozialen Beziehungskunst


"Guten Morgen, wie geht's ?", das klingt doch schön,
das sagen wir doch gern manchmal so dahin.

Doch soll'n wir uns wirklich fremde Probleme anhör'n,
gestresst, wie wir durch unsere eigenen schon sind ?

Gesundheit, Verzeihung, Danke, Auf Wiederseh'n,
mit der ganzen Litanei, tasten wir uns

- Schritt für Schritt -
aneinander vorbei ...

 (Thomas Fritzenwallner, "Floskeln oder über die Unfähigkeit miteinander zu reden.")

Wir leben in einer Zeit, wo Vereinfachung durch uniforme Muster geschieht. Das Prinzip, Formen zu bilden und einen Standpunkt einzunehmen, lernen wir in unserer Kindheit bei unseren Eltern kennen. Spätestens in der Jugend- oder im frühen Erwachsenenalter aber will jeder individuell leben, für sich stimmige Lebensformen, finden. Zudem verlangt die eigene Fähigkeit Formen und Praktiken, die das leben einfacher machen sollen, auszubilden nach einer Weiterentwicklung zu einem situativen Handeln, in welchem ich mich immer wieder neu er-finde.

In der Entwicklung meiner Individualität werde ich deshalb oft nicht nur mit einer Lebensweise glücklich. Ich probiere mehrere aus und komme durch Begegnung mit vielen Menschen in verschiedenste Situationen. Im Umgehen mit der Vielfalt bekommt dann meine Individualität ein Gesicht, eine "innere Festigkeit" und ein sich Sicher-Werden.

Die Fähigkeit Beziehungen aufzunehmen, wahrzunehmen und auszugestalten gehört aber auch zu meiner Individualität. Mein Verhältnis zum Du, die Art und Weise, wie ich mich Dir nähere, gehört ebenso zum Original wie meine geistigen und sportlichen Fähigkeiten. Das ist ebenso ein individuelles Merkmal wie meine Hobbies, meine Ausbildung und mein Beruf.

Gleich wichtig, wie Kleidung, Kosmetik oder ein "gutes Äußeres", ist Schönheit in unseren Beziehungen auch eine persönliche Note. Sie gehört zum Gesicht eines jeden Menschen, sofern die Umgangskultur eine Kultur (nicht bloß Gewohnheit) ist und individuell (nicht bloß von äußeren Normen aufgezwungen) entwickelt werden kann.

Es besteht einerseits ein Bedarf an Individualität, ich will "mein Leben leben". Dem völlig legitimen Anliegen stehen gleichzeitig andere gegenüber: Mein Angenommen-Werden und Dazugehören zu einer Gemeinschaft, soziale Anerkennung, und ein Gemeinwesen, dessen Recht transparent und nachvollziehbar ist, und wo ich auch persönlich Einfluss nehmen kann.

In diesem Zusammenhang kann die Kunst mit ihrer Phantasie Vielfalt und Farbe in das reale Beziehungsgeschehen bringen. So sind etwa "Alleinsein" und "Dabeisein" zwei Farben (wie etwa Blau und Gelb) in einem Sozio-Gemälde. Durch die Kunst bekommt jeder mehr Möglichkeiten

zur Wahrnehmung und Verstehen von sozialen Situationen (durch die unsere Sinne und Grunderfahrungen, wie zum Beispiel "Kalt" und "Warm", ansprechenden Darstellungsmöglichkeiten),

für einen leichteren Zugang zum Ideellen (es fällt einem mehr ein, weil durch die Ansprechung der Sinne auch mehr vom natürlichen Menschen zum Zug kommen kann),

seine Phantasie für die bewusste Um- und Neugestaltungen seiner Beziehungen zur Umwelt zu entwickeln.

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